Interview mit Professor Friedrich über Clara Immerwahr

11. Februar 2016

Lieber Herr Professor Friedrich,

Sie haben gemeinsam mit Professor Dieter Hoffmann vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte einen Artikel über Clara Immerwahr, die erste Frau von Fritz Haber, geschrieben.

Was war Ihre Motivation für diesen Artikel?

Unser Artikel über Clara Haber, geborene Immerwahr, ist eine Aufgabe in der Wissenschaftsgeschichte, einem Feld, mit dem ich mich nun schon seit zwei Jahrzehnten aus Interesse befasse. Ich habe überwiegend über das Aufkommen der Quantenmechanik und den Aufstieg der physikalischen und theoretischen Chemie geschrieben. Aber auch ein paar biographische Beiträge, zum Beispiel über Fritz Haber.

Fritz Haber ist nicht nur einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Neuzeit, sondern auch einer der widersprüchlichsten. Er hat nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen für den Haber-Bosch-Prozess gelegt. Damit wurde eine unbegrenzte Versorgung mit Düngemitteln aus Luftstickstoff ermöglicht, daher sagte man auch „Brot aus Luft“. Sondern, Fritz Haber hat sich auch in einer außergewöhnlichen Weise engagiert, um die deutschen Kriegsanstrengungen im ersten Weltkrieg zu unterstützen. So wurde er zum „Vater der chemischen Kriegsführung“.

In der Nacht, in der er seinen „Erfolg“ feierte, Giftgas anstelle von Luft in Ypern wehen zu lassen, beging Clara, die selbst Chemikerin war, Selbstmord.

Ihr Artikel über Clara Haber behandelt ihr Leben, ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr Vermächtnis?

Ja, um eine möglichst ausgewogene Darstellung zu geben, haben wir einen kritischen Blick auf die verfügbaren Quellen im Allgemeinen geworfen und den „Mythos Clara Immerwahr“ im Besonderen untersucht. Dieser Mythos breitete sich in den 1990er Jahren aus und bestimmt ihr öffentliches Bild bis heute.

Gemäß dieses Mythos war Clara eine ausgesprochene Pazifistin wie die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1905, Bertha von Suttner, und eine Starwissenschaftlerin wie Marie Curie; eine Frau, die von ihrem unterdrückenden und opportunistischem Ehemann Fritz Haber, einer Art Dr. Unheil, zerstört wurde, und zwar als Person und als Wissenschaftlerin.

Möchten Sie Fritz Habers Ruf aufbessern?

Dieser Artikel ist nicht über Fritz Haber, sondern über Clara Haber.

Wir glauben, dass das, was Clara in ihrer Zeit erreicht hat, nicht mit Übertreibungen oder gar heutigem Wunschdenken ausgeschmückt werden muss.

Den Anstoß für unseren Artikel über Clara Haber kam vom Deutschen Botschafter bei „Organisation für das Verbot chemischer Waffen“ in den Haag, Dr. Christoph Israng. Er hatte uns eingeladen, einen Vortrag über Clara Immerwahr zu halten.

Die Überschrift Ihres Artikels lautet, Clara Haber, geborene Immerwahr, warum?

Das ist beabsichtigt, denn der Name von Fritz Habers Ehefrau war genau genommen Clara Haber, und die Verwendung ihres Mädchennamens bedeutet schon eine gewisse Zustimmung zur Mythenbildung.

Welche Rolle spielt das Fritz-Haber-Institut bei der Entstehung des Mythos? Auf dem Gedenkstein im Garten vor der Haber-Villa steht „In Erinnerung an Clara Immerwahr“.

Das ist wahr. Ich würde sagen, dass die Menschen sich so sehr an den Namen “Clara Immerwahr” gewöhnt haben, dass sie vergessen haben, dass das genau genommen nicht ihr Name war, als sie Habers Ehefrau war. Für den Gedenkstein im Garten des Instituts, wäre vielleicht eine passendere Inschrift „Dr. Clara Haber, geborene Immerwahr“. Wobei auch der Doktortitel nicht hätte weggelassen werden dürfen.

Aber um die Ihre Frage zu beantworten: Ich denke nicht, dass das Fritz-Haber-Institut eine Rolle bei der Bildung des Mythos gespielt hat.

Im Jahr 1993 veröffentlichte Gerit von Leitner das Buch „Der Fall Clara Immerwahr. Leben für eine humane Wissenschaft“, das in Deutschland eine weite Verbreitung gefunden hat. Was müssen wir jetzt anders sehen?

Das Buch von Gerit von Leitner wurde schon kurz nach seiner Veröffentlichung durchaus kritisiert. Aber nur wenige Leute haben auf die Kritiker gehört. Offensichtlich war das Buch im Einklang mit dem Zeitgeist, und es diente als Mittel um die Meinung und Ideale der Friedensbewegung, der Frauenbewegung und des Antimilitarismus voranzubringen.

In von Leitners Buch werden sowohl Claras Versuche, ein selbstbestimmtes Leben als Frau, Mutter und Wissenschaftlerin zu führen als auch ihr tragischer Selbstmord als ein Vorbild für Feminismus und einer lebenserhaltenden Wissenschaft interpretiert und einer männlichen, patriarchalen, machtorientierten Wissenschaft, die auf die Ausbeutung von Ressourcen gerichtet ist, gegenübergestellt. Obwohl von Leitners Buch, wie auch dessen zahlreiche Ableger, uns eine solche Interpretation nahe legen, werden diese in keiner Weise von den verfügbaren wissenschaftlichen Quellen gestützt.

Ich persönlich finde die Geschichte sehr ansprechend, besonders in einigen ihrer Dramatisierungen. Das Problem ist, dass die überwiegend fiktive Story die Namen von realen Personen benutzt, und dass sie eine Person glorifiziert, während die andere verurteilt wird.

Das von-Leitnersche Portrait von Clara war belletristisch. Es ist geschichtlich interessierten Lesern und Historikern, und ganz besonders der Autorin der maßgebenden Haber-Biographie, Margit Szöllösi-Janze, bekannt.

In ihrer Habilitation und ihrer gekonnten Haber-Biographie, die 1998 erschien, gibt Szöllösi-Janze eine kritische Bewertung der Quellen über Clara. Es ist eine Schande, dass dieses Buch nicht besser in der Öffentlichkeit bekannt ist, und dass es noch nicht ins Englische übersetzt worden ist.

Haben Sie jetzt zusätzliche Quellen?

Ja, vor kurzem ist die Korrespondenz zwischen Clara Haber und Setsuro Tamaru, einem Mitarbeiter von Fritz Haber, und die bislang unveröffentlichten Briefe von Edith Hahn an ihren Mann Otto und von Lise Meitner an Edith Hahn zugänglich geworden.

All diese neuerdings aufgetauchten Briefe sind vor allem schwer in Einklang zu bringen mit dem Bild von Clara als ausgesprochene Pazifistin, die wegen ihrer Differenzen zu ihrem Ehemann über die Kriegsführung im Allgemeinen und die chemische Kriegsführung im Besonderen Selbstmord beging.

Was stand im Brief von Setsuro Tamaru an Clara?

Setsuro Tamaru musste als Japaner Deutschland mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges verlassen. In seinem Brief von Heiligabend 1914 klagt er verbittert über die Kriegspolitik.

Dieser Brief wurde mir kürzlich von der Tamaru-Familie, genauer gesagt von Hideko Tamaru Oyama, einer Enkelin von Setsuro und jetzt Professorin für Chemie an der Rikkyo-Universität in Tokio, vorgelegt. Bis dahin war nicht bekannt gewesen, worauf sich der Brief von Clara an Setsuro vom 15. Januar 1915 bezieht.

Claras Antwort ist in mancherlei Hinsicht aufschlussreich: Erstens beschreibt sie ihre eigenen vaterländischen Gefühle und die Notwendigkeit sich „helfend oder dem Lande nützlich“ zu betätigen. Zweitens erwähnt sie, dass ihr Mann „18 Stunden am Tag“ arbeitet und dass sie „57 arme Kinder in Pflege genommen“ hat – allem Anschein nach Kinder, deren Väter an der Front sind – während ihr Sohn Hermann „seit November fast immer krank“ ist. Drittens geht sie auf Tamarus Litanei über die politische Situation ein, und schreibt über sich „… ich bin auch in der äußeren Politik zu unbewandert, um Ihnen etwas zu entgegnen zu können“.

Was ist das Neue in den Briefen von Edith Hahn und Lise Meitner?

Traurigerweise deuten diese Briefe darauf hin, dass Clara in Dahlem als eine Person wahrgenommen wurde, die fehl am Platze war, und dass bekannt war, dass sie sich beschwert hatte, von Ihrem Mann vernachlässigt zu werden. Diese Briefe wurden innerhalb von 14 Tagen nach Claras Selbstmord am 2. Mai 1915 geschrieben.

Professor Eckart Henning, der ehemalige Direktor des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft, wird diese Briefe mit Erläuterungen veröffentlichen, hoffentlich in Folge mit unserem Artikel.

Clara Haber beging also nicht Selbstmord wegen ihrer Ablehnung der chemischen Kriegsführung ihres Mannes?

Das ist der Eindruck, den die meisten Menschen haben, die mit den historischen Quellen vertraut sind; einschließlich wir selbst. Es scheint so, dass das katastrophale Versagen – um einen Ausdruck aus der Technik als Metapher zu gebrauchen – herrührte von einem höchst unglücklichen Zusammentreffen von Umständen: abgesehen von Claras unerfülltem Leben, waren das Habers Affären , der Tod ihres Doktorvaters Richard Abegg und eines weiteren engen Freundes, des Physikochemikers Otto Sackur, und der Tod und die Zerstörung durch den Krieg an sich.

Wo kommt der Mythos über Clara Immerwahr eigentlich her?

Offenbar begann alles in den frühen 1940er Jahren in den USA, als ein Kerl namens Morris Goran begann, deutsche emigrierte Wissenschaftler zu stalken. Wir wissen nicht ob Goran, der weder ein Wissenschaftler noch ein Historiker war, auf eigene Faust oder für eine Agentur arbeitete. Einer der Wissenschaftler, die Goran ersuchte ein Interview zu führen, war ein ehemaliger Haber-Mitarbeiter: James Franck.

Später bekundete Franck, dass er es abgelehnt habe, mit Goran zu sprechen, und er charakterisierte ihn als jemanden, der sich selbst groß machen wollte, indem er ein Buch über einen großen Mann, wie Fritz Haber, schreiben wollte. Das hinderte Goran nicht daran, James Franck als eine seiner Quellen anzugeben.

Im Jahr 1947 veröffentlichte Goran einen biographischen Artikel über Haber, und im Jahr 1967 ein Buch mit dem Titel „The Story of Fritz Haber“. Darin behauptet er, dass Clara wegen der Verwicklung Ihres Ehemannes in die chemische Kriegsführung im ersten Weltkrieg „stark betroffen“ war und nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Fritz über das, was sie als eine „Perversion der Wissenschaft“ und als ein „Zeichen der Barbarei“ betrachtete, Selbstmord beging.

Goran gibt keine Belege oder Quellen an, weder für dieses Szenario noch für diese Aussagen. Offenbar sind die viel zitierten Schlagworte von der Perversion der Wissenschaft und der Barbarei, die Clara zugeschrieben werden, Gorans eigene Worte.

Am Ende der rund drei Seiten, die er in der 200seitigen Haber-Biographie Clara widmet, weist Goran darauf hin, dass Clara depressiv gewesen sei. Obwohl Goran auch hier keine Referenzen anführt, so legen doch die meisten zugänglichen Quellen nahe, dass Clara in der Tat depressiv war, und dass die Depressionen, die sie im weiteren Verlauf ihres Lebens bekam, etwas zu tun hatte mit ihrem unglücklichen und nicht erfülltem Leben an der Seite ihres Ehemannes.

Der Zusammenhang von Gorans unbegründetem Szenario über Claras Selbstmord mit Fritz Habers Einbindung in die chemische Kriegsführung, wurde dann von Gerit von Leitner zu eigen gemacht und in ihrem viel gelesenen Buch „Der Fall Clara Immerwahr“ verstärkt.

Hat es für Clara eine Möglichkeit gegeben wieder zurück in die Wissenschaft zu gehen?

Das ist eine gute Frage.

Abgesehen von den gesellschaftlichen Schranken, die es Frauen zur Jahrhundertwende in Preußen nahezu unmöglich machten, eine Anstellung als Wissenschaftlerin oder Chemikerin zu finden, war da noch Sohn Hermann. Er wurde im Jahr 1902, ein Jahr nach Fritz‘ und Claras Hochzeit geboren und war ein kränkliches Kind, das viel Zuwendung benötigte. Und auch Clara wurde kränklich.

Darüber hinaus waren die Habers bis zur Berufung von Fritz Haber zum ordentlichen Professor im Jahr 1906 nicht sehr wohlhabend, und Clara musste den Großteil der Hausarbeit selbst erledigen. So lange allerdings ihre Gesundheit und die ihres Sohnes es zuließ, war Clara freiberuflich als Lehrerin in der Fortbildung von Frauen - überwiegend Hausfrauen - tätig, während sie selbst darum rang, keine Hausfrau zu werden.

In einem Brief von 1901 an ihren Doktorvater, Richard Abegg, erklärt Clara, dass sie wieder zurück ins Labor gehen werde, „wenn wir Millionäre sind und uns ‚eine Dienerschaft’ halten können. Denn ganz darauf verzichten kann ich selbst in Gedanken nicht“.

Wie wir wissen, wurden die Habers reich, aber Clara kehrte trotzdem nicht wieder ins Labor zurück. Mit den Jahren fiel sie mehr und mehr in die traditionelle Rolle einer repräsentativen Professorengattin, einer um das Wohlergehen der Familie besorgten Hausfrau und einer liebevollen Mutter.

Dieses wurde durch Habers Ellenbogenmentalität und seiner Besessenheit für seine Arbeit und Kariere verschlimmert, so dass wenig Raum für Claras berufliche Entwicklung blieb, und sie mehr und mehr auf die Rolle einer Hausfrau und Mutter reduziert wurde.

Aber Fritz Haber hatte wegen seiner Arbeitswut auch etwas vorzuweisen – und Clara, die wie jeder andere mit Habers Arbeit vertraut war, musste sich dessen bewusst gewesen sein. Die Entdeckung der katalytischen Synthese von Ammoniak ist eine von vielen Leistungen von Fritz Haber, obgleich es vielleicht die wichtigste unter ihnen ist, die „zu einem Gewinn für die Menschheit beigetragen hat“.

Was denken Sie, wenn Fritz eine Frau gewesen wäre und Clara ein Mann, wäre Clara Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts geworden und Fritz nur ein Hausmann?

Vielleicht. Ich weiß nicht wie viel Begabung Clara für die Wissenschaft vor ihrer Heirat gezeigt hat. Aber ich habe auch kein gutes Gespür dafür, wie viel Ausnahmetalent Fritz hatte.

Allerdings wurde er in seiner ersten akademischen Stelle an der Technische Hochschule Karlsruhe sehr schnell extrem versiert. Sein langsamer Aufstieg zum Ordentlichen Professor wurde mancherorts als Skandal und als Ausdruck von Antisemitismus angesehen.

Auf der letzten Seite ihres Buches behauptet Gerit von Leitner, dass Clara vor ihrem Selbstmord Abschiedsbriefe geschrieben habe, dass das Hauspersonal die Briefe gesehen habe, und dass sie zerstört worden seien. Haben Sie einen Abschiedsbrief von Clara entdeckt?

Nein, es gibt so einen Brief nicht.

Können Sie persönlich vorstellen, dass Clara einen Abschiedsbrief geschrieben hat? Kennen Sie Statistiken, wie viele Selbstmörder Abschiedsbriefe schreiben?

Das tut mir leid, ich kenne mich mit der Soziologie von Selbstmorden nicht aus. Wenn das wahr ist, was der Feinmechaniker Hermann Lütge bezeugt hat, dass Clara ihren Ehemann in der schicksalshaften Nacht in flagranti mit einer anderen Frau erwischt hat, dann ist es nicht unvorstellbar, dass sie ganz außer sich war. Ich weiß nicht, ob Menschen in solchen Situationen Abschiedsbriefe schreiben. Aber noch wichtiger ist, dass wir keine Kenntnis haben, ob Clara solch einen Brief geschrieben hat.

Lütge gab seine Aussage 40 Jahre später zu Protokoll. In flagranti mit Charlotte Nathan, die später Fritz Habers Ehefrau wurde?

So scheint es.

Charlotte Haber hat bestritten, bei der Feier dabei gewesen zu sein.

Ja, Charlotte widersprach in ihren Memoiren, die im Jahr 1970 erschienen sind, indem sie das Jahr ihrer Bekanntschaft mit Fritz Haber auf 1917 festlegte. Da aber Charlotte beim Club „Deutsche Gesellschaft 1914“ als Generalsekretärin arbeitete und Fritz Haber ein frühes Mitglied war, dürften sich beide bereits seit ungefähr 1914 gekannt haben.

In welcher Zeitschrift wird Ihr Artikel erscheinen?

Wir haben die Publikation bei der Zeitschrift für Allgemeine und Anorganische Chemie, in er bereits 2012 ein Artikel über Clara veröffentlicht wurde, eingereicht. Darüber hinaus war es die Zeitschrift für Anorganische Chemie, in der im Jahr 1900 eines von Claras eigenen Papern veröffentlicht wurde.

Was denken Sie ist das Vermächtnis von Clara Haber?

Clara bewundernswerte große Leistung im Jahr 1900 in Preußen, in Chemie mit magna cum laude zu promovieren, war nicht nur ungewöhnlich sondern auch ebenso schwierig, oder es war ungewöhnlich, weil es schwierig war. Es bedurfte ihrer ersten 30 Lebensjahre, um das zu erreichen, denn der gerade Weg - frei von Hindernissen und Schikanen - war ihr verwehrt, und so musste sie lange Umwege in Kauf nehmen.

Heutzutage haben viele führende Universitäten die zahlenmäßige Parität zwischen männlichen und weiblichen Studenten erreicht. Und die vielen Wissenschaftlerinnen sind ein Ergebnis dessen, obwohl es noch mehr sein könnte, besonders in den harten Wissenschaften, in den wissenschaftlichen Führungspositionen und in anderen Berufen. Es ist es gut, dass man sich an Claras Lage erinnert, um das zu erreichen. Noch besser ist es an Clara zu erinnern und damit zu helfen das noch nicht Geschaffte zu erreichen.

Vielen Dank für das Interview.
 

Prof. Bretislav Friedrich ist seit 2003 Forschungsgruppenleiter am Fritz-Haber-Institut und seit 2006 Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin.

Seine Forschung in molekularer und chemischer Physik behandelt überwiegend die Wechselwirkungen von Molekülen mit und in elektrischen, magnetischen und optischen Feldern und deren Kombinationen.

Bretislav Friedrich hat mehr als 170 wissenschaftliche Artikel geschrieben, die in hochrangingen, von Experten begutachteten Zeitschriften veröffentlicht wurden und über 7000 Mal zitiert worden sind.

Mehr Informationen zu Bretislav Friedrich:www.fhi-berlin.mpg.de/mp/friedrich/

Das Interview führte Dr. Martin Penno.

Alle Fotos außer Clara Immerwahr: © UniCat / TU Berlin / Martin Penno


Nachtrag: Die im Interview erwähnten wissenschaftlichen Artikel sind am 11. März 2016 online erschienen

Clara Haber, nee Immerwahr (1870–1915): Life, Work and Legacy
Bretislav Friedrich and Dieter Hoffmann
Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Volume 642, 437–448, 2016
DOI: 10.1002/zaac.201600035

Freitod in Dahlem (1915): Unveröffentlichte Briefe von Edith Hahn und Lise Meitner über Dr. Clara Haber geb. Immerwahr
Eckart Henning
Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Volume 642, 432–436, 2016
DOI: 10.1002/zaac.201600052